Samstag, 21 Februar 2015 16:43

488 rote Hände, um Kindersoldaten eine gewaltfreie Zukunft zu bieten

geschrieben von 
Artikel bewerten
(1 Stimme)

Unter dem Motto „Shooter-Spiele sind auch erst ab 18!“ nahm die Johann-Comenius-Schule auf Initiative der 10c erstmals am „Red-Hand-Day“ 2015 teil. Der 12.Februar ist ein Aktionstag gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten und wurde ins Leben gerufen, um die Rekrutierung von Kindersoldaten zu stoppen und darauf aufmerksam zu machen. Derzeit werden weltweit 250.000 Mädchen und Jungen in über 20 Ländern für die Kriegsziele von Erwachsenen missbraucht. Oft werden die Notlagen der Kinder schamlos ausgenutzt und sie werden dazu gezwungen, in den Krieg zu ziehen. Minderjährige werden entführt oder mit Gewalt gezwungen zu kämpfen. Je länger der Krieg dauert, desto mehr Kinder müssen die Lücken an der Front füllen und werden in Situationen geschickt, die kein erwachsener Soldat bewältigen wollen würde. Der Wert der Kinder nimmt immer mehr ab.
Häufig werden sie unter Drogen und Alkohol gesetzt und als Sklaven gefügig gemacht. Dabei ist ihre einzige Hoffnung, in Frieden zu leben und dem unvorstellbaren Leid nicht länger ausgesetzt zu sein.

Erstmals wurde der „Red-Hand-Day“ am 12. Februar 2002 zur Feier eines Zusatzprotokolls der UN-Kinderrechtskonvention gefeiert. Von da an entwickelte sich die Idee weiter, bis drei Jahre später Jugendliche Papier mit roten Händen und einer zentralen Botschaft bemalten.

Vor einigen Wochen bekamen wir, die Klasse 10c, Besuch von zwei Kolumbianerinnen. Diese waren gerade auf dem Weg zum UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes in Genf, um mit Schattenberichten die derzeitige Lage der Kindersoldaten in Kolumbien aufzudecken. Als sie Genaueres über den Red-Hand-Day berichteten, waren wir begeistert und beschlossen, den Aktionstag an unsere Schule zu holen und durchzuführen. Innerhalb einer Woche mussten alle Vorbereitungen für den Red-Hand-Day getroffen werden. Durch Plakate und Klassenbesuche informierten wir Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrerkollegium über das Vorhaben. Die Rückmeldungen waren sehr positiv und die
gesamte Klasse hatte das Gefühl, die Schulgemeinschaft überzeugt zu haben. Dies wurde spätestens am Donnerstag den 12. Februar mit den ersten roten Händen bestätigt.

Jeder, der mitmachen wollte, war willkommen. Ein Banner mit dem oben genannten Slogan eröffnete die Aktion in der Pausenhalle des Altbaus. Dort wurden Forderungen aufgeschrieben und mit dem roten Handabdruck signiert, der das Blut, das an den Kinderhänden klebt, darstellen soll. Auch während des Tages konnten wir noch viele
informieren und deren Interesse wecken. Die Ergebnisse waren überragend. Gesammelt wurden fast 500 Handabdrücke, die anschließend Abgeordneten des Bundestags geschickt werden sollten. Damit soll erreicht werden, dass auch Politiker sich mit dem Thema beschäftigen. Durch einen Zeitungsartikel im Pinneberger Tageblatt erreichten wir auch schulexterne Aufmerksamkeit und von allen Seiten kamen positive Rückmeldungen. Dass der Red-Hand-Day so gut aufgenommen wird und zu einem so großen Projekt gewachsen ist, hätten wir nicht erahnt.

Das Projekt wird uns allen in guter Erinnerung bleiben und wir sind stolz, etwas bewegt zu haben und hoffentlich auch noch etwas in der Zukunft bewegen zu können.

Hier gibt es noch interessante Links zum Thema und zum Zeitungsartikel:

www.redhandday.org

http://www.aktion-rote-hand.de/

http://www.shz.de/lokales/pinneberger-tageblatt/schueler-setzen-blutrotes-zeichen-gegen-kinder-im-krieg-id8951001.html

Alena Poikat, Luka Schüler, Jana Sellhorn, Luise Stücker (10c)

20150212 093010       IMG 0061

IMG 0078

Gelesen 1791 mal Letzte Änderung am Samstag, 21 Februar 2015 17:43